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Schubert Forellenquintett im November 2017Schubert Trout Quintet Release in November 2017

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Anne-Sophie Mutter und Daniil Trifonov sprechen über ihre Arbeit als Kammermusik-Partner und ihre Freude, Schuberts »Forellenquintett« für Deutsche Grammophon aufzunehmen.

Zwei Stars aus unterschiedlichen Generationen, zwei Künstler höchsten Ranges – Anne-Sophie Mutter und Daniil Trifonov bringen ihr erstes gemeinsames Album heraus, in dessen Mittelpunkt eines der berühmtesten Werke der klassischen Musik steht. Anne-Sophie Mutter, die 2016 das 40-jährige Jubiläum ihres professionellen Debüts feierte, und Daniil Trifonov, jetzt Mitte zwanzig, spielten im Juni im Baden-Badener Festspielhaus zusammen mit drei jungen Stipendiaten der Anne-Sophie Mutter Stiftung Schuberts Klavierquintett in A-Dur ein, allgemein bekannt als »Forellenquintett«. Auf dem Programm standen außerdem Schuberts Notturno, ein meisterhaftes spätes Werk für Violine, Cello und Klavier, sowie seine Lieder Ständchen und Ave Maria in Arrangements für Violine und Klavier. Die Aufnahme erscheint international am 3. November 2017.

Es war künstlerische Anziehungskraft, die Anne-Sophie Mutter und Daniil Trifonov zueinander brachte. »Eine spontane Idee, etwas gemeinsam zu machen«, sagt die Geigerin. »Aber ich verfolge Daniil schon mehrere Jahre«, fügt sie lachend hinzu. In diesem Jahr fand Anne-Sophie Mutter Zeit, Trifonovs Rachmaninow-Konzerte mit den Münchner Philharmonikern und Valery Gergiev anzuhören. »Ich war allerdings auch in Moskau, als er dort 2011 den Tschaikowsky-Wettbewerb gewann, und hörte ihn beim Konzert der Preisträger.« Anne-Sophie Mutters langjährige Recital-Partnerschaft mit Lambert Orkis bleibt bestehen, und die Geigerin betont, dass sie schon oft Kammermusik mit anderen Pianisten gespielt habe, beispielsweise Alexis Weissenberg, André Previn und Yefim Bronfman. Aber die Gelegenheit, mit Daniil Trifonov ihre erste Aufnahme des »Forellenquintetts« zu machen, habe sie einfach nicht verpassen dürfen, wie sie sagt. Auch der Pianist nahm das Projekt mit ungeteilter Begeisterung an. Schubert, einer der großen Komponisten der klassisch-romantischen Epoche, ist für ihn ein Schöpfer aufrichtig empfundener Melodien und ein Meister der Form.

»Die Ehrlichkeit seines musikalischen Ausdrucks nimmt Zuhörer und Interpreten gleichermaßen gefangen«, sagt Trifonov. »Als ich erfuhr, dass Anne-Sophie diese Musik aufnehmen will, war ich überglücklich. Ich habe Schubert vorher nur in Liszts Arrangements seiner Lieder eingespielt. Sie können sich vorstellen, was es bedeutet, mit vier fantastischen Kollegen an einem der größten Werke des Komponisten zu arbeiten. Je öfter wir zusammen spielten, desto mehr Möglichkeiten taten sich auf. Jedes Mal geschah etwas anderes, und das steigert das Bewusstsein für das, was möglich ist. Dann fühlt man sich sicherer mit einer Interpretation, die aus dem Moment heraus erwächst.«

Schubert hat nicht einmal ein Dutzend Werke für Violine und Klavier komponiert, aber seine Klaviertrios und das unvergängliche Klavierquintett enthalten wundervolle Violinparts. »Das ›Forellenquintett‹ gehört zu den großen Werken des Repertoires«, erklärt Anne-Sophie Mutter. »Schubert hat leider sehr wenig für die Geige geschrieben. Dieses Quintett gab mir die Möglichkeit, nicht nur mit Daniil zu arbeiten, sondern zusätzlich mit jungen Künstlern, die durch die Schule meiner Stiftung gegangen sind. Das Musizieren zwischen uns fünf war – frei nach Mendelssohn – ein musikalischer Dialog zwischen sehr gebildeten Freunden.«

Das Ensemble des »Forellenquintetts« vervollständigten die südkoreanische Bratschistin Hwayoon Lee, der deutsche Cellist Maximilian Hornung und der slowakische Kontrabassist Roman Patkoló, alle drei zurzeit oder früher Stipendiaten der Anne-Sophie Mutter Stiftung. »In diesem Projekt kommen viele verschiedene Aspekte zusammen, viele verschiedene kulturelle Wurzeln verbinden sich und das ist inspirierend«, sagt Anne-Sophie Mutter. Die fünf Musiker fanden schnell gemeinsamen Boden, während sie ihre Auffassung von Schuberts Klavierquintett entwickelten. Mutter vergleicht den Prozess der Interpretation mit dem Bergsteigen: Beim Erreichen eines Gipfels wird der Blick frei auf andere, höhere Gipfel, die noch zu bezwingen sind. Dieser Prozess der Entdeckungen, so Mutter weiter, sei sowohl aufregend als auch herausfordernd gewesen. Unterschiedliche Auffassungen in Bezug auf Tempowechsel innerhalb eines Satzes und Temporelationen zwischen den Sätzen des Quintetts wurden bei den Proben geklärt. Das erlaubte den Spielern, den, wie Trifonov es nennt, »energetischen Kern« des Werks zu erschließen – die dramatischen Ausbrüche, scharfen Kontraste und strahlenden Klänge, die dem Werk Leben geben.

»Gefühle sind nicht einfach blassgrau«, wirft Anne-Sophie Mutter ein, bevor der Pianist seinen Gedanken vollendet. »Es hat mich immer ziemlich gestört, dass so viele unserer wundervollen Kollegen das Thema aus dem vierten Satz spielen, als ob die Forelle schon ein paar hundert Jahre tot ist. Aber im Text des Lieds, aus dem Schubert sein Thema entnahm, ist die Forelle so schnell wie ein Pfeil! Er verwendet nicht die Sequenz, in der die Forelle getötet wird. Nein – der Fisch schießt munter durchs Wasser und ist bester Dinge. Als das ›Forellen-Thema‹ wiederkehrt, ist es ein Allegretto, noch schneller als das ursprüngliche Andantino. In dieser Musik liegen Esprit und überschäumende Freude. Es ist eines von Schuberts heitersten Stücken.«

Anne-Sophie Mutter bewundert Daniil Trifonovs erstaunliche Farbpalette und seine blitzschnellen Reaktionen auf neue musikalische Ideen. »Auch wenn man alles bei den Proben besprochen hat, kommt man in der Aufführung zu anderen Lösungen«, erklärt sie. »Aber das geschieht nur bei Musikern, die frei musizieren können und sich nicht an ein einziges Konzept halten müssen.«

Zusätzlich zum »Forellenquintett« enthält das Album Mischa Elmans Arrangement von Ständchen sowie Ave Maria, genauer gesagt Ellens Gesang III, im Arrangement von August Wilhelmj aus den 1880er-Jahren, das später von Jascha Heifetz weiter ausgearbeitet wurde. Beide Interpreten nahmen Änderungen an ihren jeweiligen Partien vor und schufen so, wie Mutter es nennt, ein »Joint Venture« in der Kunst des Arrangements. »Ich glaube, es gab auch ein bisschen Unterstützung von Liszt«, bemerkt Trifonov in Anspielung auf den Einfluss des ungarischen Komponisten und Pianisten auf seine Kreation. »Natürlich, Arrangements sind Arrangements«, sagt Mutter. »Aber manchmal muss man sie neu arrangieren, um das Original besser herauszubringen.«

Schuberts Notturno zeugt nach ihrer Auffassung davon, dass der Komponist während der letzten Jahre seines kurzen Lebens nach neuen Klängen suchte. Das Stück, das vielleicht ursprünglich als langsamer Satz des Klaviertrios Nr. 1 gedacht war, erreicht überwältigende Schönheit in seiner Verbindung von schlichten Geigen- und Cellomelodien mit einem komplexeren Klavierpart.



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